Die Inselgruppe Ten Thousand Islands vor der Südwestküste Floridas besteht aus mehreren Hundert bis einigen Tausend Inseln. Die genaue Anzahl ist nicht bekannt. Der Name ist eine Schätzung, da die Inselkette aus zahllosen, oft sehr kleinen, mit Mangroven bewachsenen Eilanden besteht.
Der nördliche Teil des Archipels gehört zum Ten Thousand Islands National Wildlife Refuge, der südliche zum Everglades-Nationalpark. Beide Gebiete zusammen bilden einen Lebensraum für Seekühe, Delfine, unzählige Vogelarten und die vom Aussterben bedrohte Suppenschildkröte. Marco Island bildet den nördlichen Abschluss der Inselkette und ist zugleich die größte und einzige durchgehend bewohnte Insel der Ten Thousand Islands, ein guter Ausgangspunkt, um von hier aus in die umliegende Wildnis aufzubrechen. Erkunden lässt sich das Gebiet auf mehreren Wegen, zu Land, zu Wasser und aus der Luft.
Aktiv auf zwei Rädern
Ein guter Weg, Marco Island von Land aus zu erkunden, ist das Fahrrad. Naples Bicycle Tours bietet geführte Radtouren über die größte der Ten Thousand Islands an, vorbei an Mangrovenwäldern und tropischer Vegetation – mit etwas Glück kreuzen Burrowing Owls oder Gopherschildkröten den Weg. So entsteht eine ruhigere Perspektive auf ein Gebiet, das sonst meist vom Wasser aus erlebt wird.
Die Ten Thousand Islands von oben
Blick von oben
Wer das Labyrinth aus Mangroveninseln in seiner ganzen Ausdehnung sehen möchte, bucht einen Rundflug. Anbieter wie Salt Island Sea Planes oder Wings Aero Tours fliegen mit Wasserflugzeugen über die Ten Thousand Islands und den Golf. Aus der Luft wird sichtbar, was sich vom Boot aus nur erahnen lässt: ein grün-blaues Mosaik aus Kanälen, Inseln und offenem Wasser, das sich bis zum Horizont zieht.
Strände, die nur das Boot erreicht
Ein Teil der schönsten Strände in den Ten Thousand Islands ist ausschließlich mit dem Boot erreichbar. Kice Island südlich von Marco Island zählt dazu: eine unbewohnte Barriereinsel mit rund drei Kilometern Strand, erreichbar nur über den Caxambas Pass am Südende von Marco Island. Sie gehört zur selben Kette unbebauter Barriereinseln wie Keewaydin im Norden und Cape Romano im Süden. Weiter südlich, bereits im Bereich des Everglades-Nationalparks, liegt Indian Key: ein weiterer unberührter Strandabschnitt, der ebenfalls nur mit dem eigenen oder gecharterten Boot zu erreichen ist.
Übernachten mitten im Nichts
Wer länger bleiben möchte, kann auf mehreren Inseln campen. Nördlich von Tiger Key ist das ohne Genehmigung möglich, südlich davon braucht es ein Backcountry-Permit des Everglades-Nationalparks, buchbar über recreation.gov. Zur Auswahl stehen klassische Zeltplätze am Strand, etwa auf Picnic Key oder Tiger Key selbst, sowie sogenannte Chickees: einfache Holzplattformen, die direkt über dem Wasser stehen. Wer diese Nächte in der Wildnis verbringt, ist auf sich gestellt. Handyempfang gibt es nicht.
Nächte unter dem Sternenhimmel
Die Abgeschiedenheit hat noch einen weiteren Effekt: kaum Lichtverschmutzung. In der Nähe von Pavilion Key, dem südlichsten Punkt, an dem noch regelmäßig Boote anlegen, zählen die Ten Thousand Islands zu den letzten dunklen Himmelsarealen im Süden Floridas. Für Camper und Bootsreisende, die eine klare Nacht erwischen, wird der Blick nach oben so zu einem eigenen Teil der Reise.

