Menu Content/Inhalt

Startseite arrow Informationen arrow Nationalparks 


ALLE |0-9 |A |B |C |D |E |F |G |H |I |J |K |L |M |N |O |P |Q |R |S |T |U |V |W |X |Y |Z

Inhaltsverzeichnis Informationen Nationalparks

Suche nach Schlagwort : grand canyon, north rim, south rim, national, park, grand canyon village


Big Bend National Park PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Wolfgang   
Sonntag, 23. September 2007


An der Zufahrtsstraße in die Chisos Mountains
Der Big Bend N. P. liegt im Südwesten von Texas, direkt an der Grenze zu Mexiko. Den Status eines Nationalparks hat dieser Park am 12. Juni 1944 erhalten und wird seither vom National Park Service verwaltet.

Durch seine Lage im südwestlichen Texas befindet sich der Nationalpark weit abseits der typischen Touristenrouten im Westen der USA. Big Bend, die "große Schleife" des Rio Grande, umschließt die Hälfte des Nationalparks. Auf eine Länge von 172 km bildet der Fluss die südliche Parkgrenze und gleichzeitig die Grenze der USA zu Mexiko. In Ost-West Richtung hat der Park eine Ausdehnung von immerhin knapp 90 km Luftlinie. Man muss die Wüste mögen, gerne etwas wandern und sich für Pflanzen und Vögel interessieren oder Ruhe und Einsamkeit suchen, dann ist dieser Nationalpark der richtige Ort.

Der Big Bend N. P. ist Teil der Chihuahua-Wüste, der größten der vier nordamerikanischen Wüsten. Sie erstreckt sich von West-Texas bis in das südliche New-Mexico und reicht weit nach Mexiko hinein. Im Zentrum des Parks erheben sich aus den trockenen Ebenen die Chisos Mountains bis auf 2.384 m. Diese Berglandschaft mit vulkanischem Ursprung stellt eine grüne Insel in der Wüste dar. Mit dem Rio Grande zieht sich ein weiteres grünes Band entlang der Parkgrenze. Der Rio Grande hat mit seinen Nebenflüssen im Park einige Canyons geschaffen, darunter den schmalen, 500 m tiefen Santa Elena Canyon sowie den Boquillas Canyon. Die Hauptreisezeit erstreckt sich vom Herbst bis zum Frühjahr. Für einen Besuch in den Sommermonaten sind die Temperaturen meistens zu hoch.

Wehrhafte Opuntie
In den Ebenen können die Temperaturen selbst im Frühjahr oder Herbst auf unerträgliche Werte ansteigen. Hier bieten die Chisos Mountains wieder eine Alternative. Morgens und in den Nachmittagsstunden können die Wüstengebiete besucht werden, während man in den Mittagsstunden seine Zeit in den kühleren Bergen verbringt. Der angenehme und wohltuende Temperaturunterschied kann 10° C betragen. Ausgangspunkt für Wanderungen ist "The Basin", ein großer Talkessel mit Campground, Visitor Center und einer Lodge. Der Parkservice empfiehlt, die Zufahrtsstraße in die Berge wegen ihrer Steigungen und engen Kurven nicht mit Wohnmobilen über 24 Fuß (ca. 7,3 m) zu befahren.

In kaum einem anderen Nationalpark der USA kann die Wüste in ihrer Vielfalt so erlebt werden wie im Big Bend. Hierzu wurden über 300 km Wanderwege in allen erdenklichen Vegetationsgebieten und Höhenlagen angelegt. Aber auch mit dem Auto können weite Parkbereiche erkundet werden. An den Parkstraßen liegen immer wieder Haltebuchten mit Aussichtspunkten.

Die Pflanzenvielfalt ist in der Chihuahua-Wüste sehr groß und wird im Nationalpark durch die verschiedenen Klimazonen zwischen 600 m und 2.300 m noch erhöht. Diese Kombination hat im Big Bend N. P. etwa 1.000 Pflanzenarten hervorgebracht. Einige von ihnen sind endemisch, d. h. sie wachsen ausschließlich hier im Park. Viele Pflanzen haben erstaunliche Fähigkeiten entwickelt, um in der Wüste überleben zu können.

Sotol vor den Chisos Mountains
In den Ebenen und mittleren Lagen trifft man auf etwa 60 Kakteenarten, die das Wasser in ihrem Körper speichern können. Hier kommt auch der seltene Peyote Kaktus vor, der das Halluzinogen Mescalin in sich trägt. Die Indianer verwendeten es bei religiösen Zeremonien und spirituellen Handlungen. Erst die Weißen brachten diesen Kaktus an den Rand der Ausrottung. Die vorherrschende Pflanze ist der Kreosotbusch. Er steht einzeln und frei von anderen Pflanzen, weil seine Wurzeln eine für andere Pflanzen giftige Substanz ausscheiden. Weiterhin sind seine Blätter mit einer Harzschicht überzogen, so dass sie weniger Feuchtigkeit an die Luft abgeben. Weit verbreitet sind verschiedene Agaven, darunter ein weiterer typischer Vertreter der Chihuahua-Wüste, die Lechuguilla, die wie eine Handvoll Dolche aus dem Boden sprießt. Sie blüht, wie alle Agaven, nur einmal in ihrem Leben und stirbt, nachdem sie geblüht hat. Eine andere Agavenart treibt einen ca. 4 m hohen Blütenstengel hervor, der an einem einzigen Tag bis zu 30 cm wachsen kann. Weitere auffallende Pflanzen sind der gelb blühende Sotol und die Gattung der Yuccas. Letztere haben ein größeres Vorkommen im nördlichen Parkbereich. Eine 7 Meilen (11 km) lange, unbefestigte Stichstraße führt in das Gebiet der Dagger Flat (Dagger ist der amerikanische Name für die Yucca). Besonders während der Blütezeit im Frühjahr sind diese Pflanzen sehenswert. Ihre weißlichen Blütendolden können ein Gewicht von 30 kg erreichen.

Am Ufer des Rio Grande trifft man auf Pappeln, Mesquite, Akazien, Schilfrohr und Tamarisken. Die Ufervegetation ist an einigen Stellen so dicht, dass man fast von einem Dschungel sprechen kann. Hier wächst auch die Candelilla, eine Pflanze, aus der noch heute Wachs gewonnen wird. Mit dem Wachs schützt sich die Pflanze vor dem Vertrocknen.
Im Bergland gedeihen Dank der höheren Niederschläge Wacholder, Kiefern, Eichenarten und die Texas-Madrone mit ihrer glatten, rötlichen Rinde.

Ursprünglich bedeckte weites Grasland die Chihuahua-Wüste und die Berge. Doch bis zur Gründung des Nationalparks wurde das Grasland von Ranchern überweidet, mit erheblichen Folgeschäden für die Natur. In den Bergregionen hat sich die Grasdecke wieder geschlossen, während sich in den trockeneren Ebenen das Grasland erst nach und nach erholt.

Greater Earless Lizard
Die Tierwelt ist, wie in den meisten Wüstenregionen, überwiegend nachtaktiv. In der Morgen- und Abenddämmerung kann man Maultier- und gelegentlich auch Weißwedelhirsche im "Basin" beobachten, ebenso Pecaries, auch Javelinas genannt, die unseren Wildschweinen ähneln. Sie reagieren sehr aggressiv, wenn sie sich bedroht fühlen, streifen aber auch friedlich über den Campground in den Chisos Mountains. Sicherheitshalber sollte man Abstand halten. Pumas und Schwarzbären leben ebenfalls in den Chisos Mountains, man bekommt sie aber nur äußerst selten zu sehen. Weiterhin leben im Park Kojoten, Stinktiere, Wüstenhasen, Erdhörnchen, Eidechsen, Schlangen, Skorpione und Taranteln. Die Vogelwelt ist mit über 400 Arten vertreten, einer Artenvielfalt also wie in keinem anderen Nationalpark der USA. Darunter befindet sich auch der Roadrunner, der lieber "rennt" als fliegt.

Neben Wandern können Raftingtouren auf dem Rio Grande und Reittouren in den Chisos Mountains als weitere Aktivitäten im Park unternommen werden.

Auf den Nationalpark sind vier Visitor Center und eine Ranger Station verteilt. Dort kann man sich über die Geschichte und Entstehung des Parks, über die Geologie sowie die Tier- und Pflanzenwelt der Wüste informieren. Je nach Visitor Center wird auch ein Film, ein Video oder eine Diashow präsentiert. Für weitere Auskünfte stehen Parkranger zur Verfügung, die auch die Genehmigungen zur Übernachtung im Hinterland ausstellen.

Im Big Bend N. P. gibt es vier Campgrounds. Davon liegen zwei im Rio Grande Village, im östlichen Parkbereich. Der eine wird von einem Konzessionär betrieben und bietet für einige Stellplätze Anschlüsse für Strom, Wasser und Abwasser. Alle anderen Campgrounds werden von der Parkverwaltung unterhalten. Der Campground in den Chisos Mountains ist ideal, wenn es zum Übernachten in den Ebenen zu heiß ist. In den Bergen liegen die Temperaturen meist ca. 10° C niedriger. In den Chisos liegt weiterhin eine Lodge mit verschiedenen Zimmergrößen und Ausstattungen sowie einem Restaurant. Lebensmittel können im Chisos Basin, in Castelon und im Rio Grande Village eingekauft werden. Tankstellen stehen in Panther Junction und im Rio Grande Village zur Verfügung. Kleinere Autoreparaturen werden in Panther Junction ausgeführt.

Eine kleine Anzahl von Unterkünften, Restaurants, Campgrounds, Einkaufsmöglichkeiten und Tankstellen findet man kurz vor dem westlichen Parkeingang in Study Butte und Terlingua. Vor dem nördlichen Parkeingang steht nur ein Campground zur Verfügung. Weitere Unterkünfte und Einkaufsmöglichkeiten gibt es erst wieder in Marathon, etwa 40 Meilen (64 km) vom Nordeingang entfernt.

Mehr Bilder zum Big Bend N. P. aus unserem Fotoarchiv.

Allgemeine Informationen erhält man im Info-Point.

Parkplan:
www.nps.gov/common/commonspot/customcf/apps/maps/showmap.cfm

Weitere Parkpläne:
http://www.nps.gov/bibe/planyourvisit/maps.htm
 



Das Team von usa-reise.de bedankt sich bei Wolfgang für die Erstellung dieser Präsentation.

 

Letzte Aktualisierung ( Samstag, 10. Januar 2015 )
 
< Zurück   Weiter >